LandEi mobil hat das Ziel die Mobilität der Menschen auf dem Land zu verbessern und Ihnen praktikable Alternativen zum eigenen Auto zu bieten. Der Projektraum umfasst dabei das westliche Kreisgebiet des Kreises Minden-Lübbecke (Stemwede, Rahden, Espelkamp, Pr. Oldendorf, Lübbecke und Hüllhorst).

Durchgeführt wird das Projekt in einer Zusammenarbeit der Mindenherforder Verkehrsgesellschaft mbH als Projektträger und dem Kreis Minden-Lübbecke, der das Projekt finanziert. Das Land NRW fördert das Projekt im Rahmen des Programms „Vital.NRW“.

LandEi mobil

Zusammenfassung

Hintergrund

Bei der Erarbeitung der Lokalen Entwicklungsstrategie des Mühlenkreises wurden unterschiedliche Bereiche identifiziert in denen Handlungsbedarf besteht. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Thema Mobilität im Mühlenkreis, weshalb das Leitthema der Lokalen Entwicklungsstrategie lautet: „Mobiler Mühlenkreis - Wir bewegen die Menschen“. Um das Thema „Mobilität“ umfassend zu bearbeiten, wurden drei Handlungsfelder festgelegt in denen ein besonderer Handlungsbedarf besteht. Diese drei Felder sind „Mobile Menschen“, „Mobile Informationen“ und „Mobile Versorgung“.

Für jedes Handlungsfeld wurden je ein Leitprojekt sowie weitere Maßnahmen entwickelt. Das Leitprojekt innerhalb des Handlungsfeldes „Mobile Menschen“ ist das Projekt LandEi mobil mit dem Projektraum des westlichen Kreisgebietes des Kreises Minden-Lübbecke mit den Kommunen Hüllhorst, Pr. Oldendorf, Lübbecke, Espelkamp, Stemwede und Rahden. Das Projekt wird im Rahmen des Programms „Vital.NRW“ gefördert und durch den Kreis Minden-Lübbecke finanziert. Der Projektträger ist die Mindenherforder Verkehrsgesellschaft mbH in Bad Oeynhausen. Der Projektzeitraum beträgt 4 Jahre (2017 – 2021).

Projektinhalt

Das Projekt LandEi mobil hat das Ziel, das gegenwärtige öffentliche Mobilitätsangebot auf seine „Zukunftstauglichkeit“ hin zu überprüfen und an die Bedürfnisse der Menschen anzupassen. Eine besondere Herausforderung ergibt sich aus dem demografischen Wandel und den sich daraufhin verändernden Ansprüchen an die Mobilität. Zum einen gibt es immer mehr ältere Menschen, die nicht mehr selbst mobil sein können oder wollen. Zum anderen haben immer mehr Menschen den Wunsch auf ein eigenes Auto zu verzichten und folgen dem Leitsatz „Nutzen statt besitzen!“. Für diese Menschen muss ein angemessenes und bezahlbares öffentliches Mobilitätsangebot geschaffen werden. Beim bestehenden Mobilitätsangebot bei Bus und Bahn (ÖPNV) im westlichen Kreisgebiet ergeben sich drei Hauptprobleme:

Zu hohe Ticketpreise: Eine ÖPNV-Monatskarte innerhalb der Kommune kostet mehr als 70 €. Dies wird von vielen Kundinnen und Kunden im Verhältnis zum teilweise geringen ÖPNV-Angebot als zu teuer empfunden.

Zu kleine Gültigkeitsräume: Selbst wenn eine Monatskarte für mehr als 70 € erworben wurde, so ist das tägliche Mobilitätsbedürfnis meist nicht abgedeckt. Ein Einkauf in der Nachbarkommune ist nur mit einem Zusatzticket oder einem Monatsticket für mehr als 100 € möglich.

Zu wenig Leistungsangebot: Das klassische ÖPNV-Angebot mit der Eurobahn und dem Busverkehr der MKB wird vor allem in den Abendzeiten, nachts und an Wochenenden sowie Feiertagen von der Bevölkerung als nicht ausreichend beurteilt.

Um diese drei Hauptprobleme zu verbessern wurde das Projekt LandEi mobil entwickelt. Es basiert auf drei Modulen, die durch eine Säule aus Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerbeteiligung begleitet werden.

Modul 1 LandEi Ticket

Im Projektmodul 1 soll unter dem Namen LandEi Ticket eine innovative ÖPNV-Zeitkarte entwickelt werden, die neben dem klassischen ÖPNV-Angebot aus Bus- und Bahnverkehr auch andere Mobilitätsdienstleistungen enthält. Dieses Modul ist in drei Bereiche aufgeteilt. Das Arbeitspaket 1.1 Vergünstigter ÖPNV beinhaltet die Entwicklung und Umsetzung einer neuen ÖPNV-Zeitkarte und soll damit den Hauptproblemen „zu hohe Ticketpreise“ und „zu kleine Gültigkeitsräume“ begegnen. Dem Problem des zu geringen Leistungsangebots sollen die Arbeitspakete 1.2 E-Bike und 1.3 ÖPNV+ begegnen. Im Arbeitspaket 1.2 E-Bike soll ein Angebot für Zeitkartenabonnementen geschaffen werden, sich verhältnismäßig günstig ein E-Bike zu leihen. Das Arbeitspaket 1.3 ÖPNV+ befasst sich mit allen Mobilitätsangeboten die über ein kommerzielles Angebot hinausgehen und stellt die Arbeit von Ehrenamtlichen in den Fokus.

1.1 VERGÜNSTIGTER ÖPNV

Als Lösungsansatz für die identifizierten Probleme der verhältnismäßig zu teuren ÖPNV-Tickets und der zu kleinen Gültigkeitsräume, soll eine Zeitkarte entwickelt werden, die das gesamte westliche Kreisgebiet des Kreises Minden-Lübbecke (Stemwede, Rahden, Espelkamp, Preußisch Oldendorf, Lübbecke und Hüllhorst) umfasst. Um den Gültigkeitsraum noch mehr auf die Mobilitätsbedürfnisse der Kundinnen und Kunden anzupassen, wird geprüft, ob die Gültigkeit auch auf ausbrechende Linien mit besonderen Zielen und Anschluss an Bahnlinien erweitert werden kann. Folgende Ziele sind hier wünschenswert: Bünde, Bad Oeynhausen, Löhne sowie Minden. Ebenfalls wird geprüft ob eine Gültigkeit über die Bundeslandgrenze hinweg nach Bohmte und Bad Essen möglich ist.

Die Zeitkarte soll in einem Jahresabo über 12 Monate verfügbar sein und zwischen 30€ und 40€ kosten.

1.2 E-BIKE

Gerade im ländlichen Raum ist die Haltestellendichte nicht überall so hoch, dass jede Person die nächste Haltestelle bequem zu Fuß erreichen kann. Eine Kombination aus ÖPNV und Fahrrad vergrößert den Einzugsbereich einer Haltestelle, sodass mehr Menschen die Haltestelle nutzen können. Noch größer wird der Einzugsbereich durch den Einsatz von E-Bikes. Bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 22 km/h können innerhalb von 10 Minuten 3,6 km zurückgelegt werden, sodass bequem jede Halstestelle im Projektgebiet erreicht werden kann. 

Im Arbeitspaket 1.2 E-Bike soll dieser positive Aspekt hervorgehoben werden. Es soll ein Angebot entwickelt werden, bei dem Inhaberinnen und Inhaber eines LandEi-Tickets, die auch im Projektraum wohnhaft sind, ein E-Bike leihen können. Um auf einen umständlichen Verleihprozess zu verzichten können Interessierte die E-Bikes monatsweise für ca. 20 € leihen und während der gesamten Zeit nutzen. Somit beschränken sich die Fahrten nicht nur auf den Weg von der Haltestelle nach Hause, sondern es kann auch der gesamte Weg mit dem E-Bike zurückgelegt werden.

Bei den Fahrrädern handelt es sich um sogenannte Pedelecs (Pedal Electric Cycle), die die häufigste Form von E-Bikes sind. Diese elektrischen Fahrräder fahren nicht allein, sondern der Motor unterstützt sobald in die Pedale getreten wird. Sie unterstützen bis maximal 25 km/h und bedürfen keiner gesonderten Zulassung.

Finanziert werden sollen die Fahrräder durch die Kommunen, sowie durch Sachspenden von Betrieben aus der Region. Alle Pedelecs sollen durch örtliche Fahrradhändler bezogen und gewartet werden.

1.3 ÖPNV+

Die Arbeitspakete 1.1. und 1.2. stellen die Verbesserung des Mobilitätsangebots im kommerziellen Bereich dar. Der neue Ansatz und Gedanke des „ÖPNV+“ geht aber für den ländlichen Raum einen Schritt weiter. Über die kommerziellen Angebote hinaus gibt es in der Region auch nicht-kommerzielle Angebote um die Mobilität zu verbessern. Ziel des Projektes ist es, diese Angebote zu bündeln und zu fördern. Außerdem sollen Initiativen beim Aufbau von neuen Angeboten unterstützt werden. Diese Angebote sind alle nur ergänzend zum ÖPNV-Angebot zu sehen. Sie sollen speziell in Schwachlastzeiten und in Bereichen etabliert werden, in denen die Nachfrage nicht ausreicht um ein ÖPNV-Angebot zu realisieren. Jedes dieser Angebote soll gemeinsam mit interessierten Akteuren vor Ort beraten und entwickelt werden, sodass nur Angebote entstehen, die Akzeptanz finden und „gebraucht“ werden. Beispiele für diese Initiativen sind unter „Best Practice“ aufgelistet.

Modul 2 Mobilitätsnetzwerk

Im Modul 2 in der Region ein Netzwerk aus lokalen Akteuren aufgebaut werden, welches sich mit der Mobilität in der Region beschäftigt. In Arbeitskreisen sollen Vertreterinnen und Vertreter der Verwaltung, der Wirtschaft und aus Vereinen gemeinsam Probleme identifizieren und Lösungsansätze für das Modul „ÖPNV+“ entwickeln. Der gesamte Prozess wird durch das Projekt geleitet und gesteuert. Als Ergebnis sollen nicht nur neue Angebote geschaffen werden, sondern auch bereits bestehende Angebote gebündelt und gegebenenfalls weiterentwickelt werden.

Modul 3 LandEi Plattform

In Modul 3 soll eine LandEi Plattform entwickelt werden. Diese Plattform ist eine Internetseite, die mehr Komfort bieten soll. Zum einen soll sie einen Routenplaner/Fahrplanauskunft für den ÖPNV beinhalten und zum anderen eine Übersichtskarte, auf der die Mobilitätsdienstleistungen (z.B. Carsharing, E-Bike-Standorte, Mitfahrbänke) in der Region verzeichnet sind. Dabei soll es möglich sein, diese Dienstleistungen, soweit sie nicht im LandEi-Ticket enthalten sind, direkt über die Homepage zu buchen. 

LandEi Mobil - Minden-Herforder Verkehrsgesellschaft mbH (mhv) - sarah.koenig@mhv-info.de